Das Rätsel der Marktcrashs entschlüsseln
Das Rätsel der Marktcrashs entschlüsseln
Marktcrashs können für Anleger erschreckend und nervenaufreibend sein. Der plötzliche und dramatische Rückgang der Aktienkurse kann zu Panik und impulsiven Entscheidungen führen. Laut Jim Cramer von CNBC ist es für Anleger jedoch von entscheidender Bedeutung, nicht nur zu wissen, was im Falle eines Marktcrashs zu tun ist, sondern auch zu verstehen, warum die Krise auftreten könnte. In seiner jahrzehntelangen Karriere hat Cramer zwei “wirklich erschreckende” Ausverkäufe beobachtet: den Crash von 1987 und den rollenden Crash von 2007 bis 2009 während der Finanzkrise.
Unterscheidung zwischen wirtschaftlichen und mechanischen Rückgängen
Cramer betont, wie wichtig es ist, zwischen einem Rückgang, der auf die Gesundheit der Gesamtwirtschaft hinweist, und einem mechanischen Versagen des Marktes zu unterscheiden. Der Crash von 1987, bekannt als “Schwarzer Montag”, und die Flash-Crashs von 2010 und 2015 wurden eher durch die Mechanismen des Marktes als durch ein übergreifendes Versagen der Wirtschaft verursacht. Diese Abstürze wurden durch die Macht des Futures-Marktes ausgelöst, der den Aktienmarkt mit einem sofortigen, unsichtbaren Angebot überschwemmte. Cramer erklärt, dass Aktienhändler 1987 den Einfluss von Futures noch nicht vollständig verstanden haben, da es sich damals um relativ neue Instrumente handelte. Heute akzeptieren die Anleger jedoch die Bedeutung von Futures und beobachten sie genau.
Tief verwurzelte Wirtschaftskrisen erkennen
Auf der anderen Seite war die Finanzkrise von 2007 bis 2009 durch einen tief in der Wirtschaft verwurzelten Niedergang gekennzeichnet. Übermäßige Hypothekenkredite an nicht qualifizierte Personen führten zu einer Welle von Kreditausfällen, was zu einem anhaltenden Marktabschwung führte. Cramer betont, dass solche Rückgänge mit echtem systemischem Risiko selten vorkommen und eher als Ausnahmen denn als Norm betrachtet werden sollten.
Beurteilung der Art des Rückgangs
Um festzustellen, ob ein Rückgang mit der Gesamtwirtschaft oder einem mechanischen Versagen zusammenhängt, schlägt Cramer vor, kritische Fragen zum Zustand der Wirtschaft zu stellen. Leidet das Geschäft? Sinkt die Beschäftigung? Gibt es Anzeichen dafür, dass große Unternehmen in Konkurs gehen oder Unternehmen nicht in der Lage sind, ihren finanziellen Verpflichtungen nachzukommen? Wenn die Antwort ja lautet, handelt es sich wahrscheinlich um einen Rückgang mit echtem systemischem Risiko.
Cramer rät davon ab, bei Rückgängen in Panik zu verfallen und ermutigt die Anleger, die Ursache für den Ausverkauf zu identifizieren. Wenn es sich um einen mechanischen Fehler handelt, könnte dies eine hervorragende Kaufgelegenheit darstellen. Wenn dies jedoch auf einen breiteren wirtschaftlichen Abschwung hindeutet, ist Vorsicht geboten.
Verschiedene Arten von Marktrückgängen verstehen
Es gibt verschiedene Arten von Marktrückgängen, die Anleger beachten sollten. Margin-induzierte Zusammenbrüche treten auf, wenn Vermögensverwalter übermäßig viel Bargeld leihen und Nachschussforderungen nicht erfüllen können, was zu Zwangsverkäufen führt. In solchen Szenarien können Anleger den Kauf von Sicherheitsaktien nutzen, z. B. im Gesundheitssektor. Ausverkäufe aus Übersee können ebenfalls Kaufgelegenheiten schaffen, aber Anleger sollten auf einen Boden warten, anstatt sich mit dem Kauf zu beeilen. IPO-bedingte Rückgänge können durch ein Überangebot an neuen Aktien verursacht werden, und Anleger sollten sich auf Aktien konzentrieren, die Kollateralschäden verursacht haben, anstatt auf solche, die sich auf den IPO-Markt konzentrieren. Politische Ereignisse können auch Marktrückgänge beeinflussen, und Anleger sollten nach Unternehmen Ausschau halten, die nicht von politischen Turbulenzen betroffen sind. Schließlich können gewinnbedingte Rückgänge überwunden werden, indem Sektoren mit erheblichen Defiziten gemieden und sich auf nicht verwandte Aktien konzentriert werden, die von breiteren Verkäufen betroffen sind.
Entschlüsselung von Marktcrashs für fundierte Entscheidungen
Für Anleger ist es von entscheidender Bedeutung, die Gründe für einen Marktcrash zu verstehen. Durch die Analyse der Mechanismen des Marktes und des Zustands der Wirtschaft können Anleger fundierte Entscheidungen treffen und möglicherweise Kaufgelegenheiten bei Rückgängen finden. Obwohl echte systemische Risiken selten sind, ist es wichtig, angesichts der Marktvolatilität wachsam und vorsichtig zu bleiben. Wie Jim Cramer rät, niemals in Panik zu geraten, sondern sich stattdessen auf die zugrunde liegenden Ursachen zu konzentrieren und geeignete Maßnahmen zu ergreifen.



