Marktstimmung nach den Wahlen in Frankreich

Das unerwartete Ergebnis der französischen Wahlen hat die Finanzmärkte beruhigt und zu einer Schwächung des US-Dollars gegenüber seinen europäischen Rivalen geführt. Das EUR/USD-Paar erreichte mit 1,0842 ein neues Juli-Hoch und hielt seine Position vor Handelsbeginn an der Wall Street. Der am vergangenen Freitag veröffentlichte Bericht über die Beschäftigtenzahlen außerhalb der Landwirtschaft (NFP) zeigte, dass die USA im Juni 206.000 neue Arbeitsplätze geschaffen haben. Sie deutete jedoch auch auf einen Anstieg der Arbeitslosenquote auf 4,1 % und einen Rückgang der lohnbedingten Inflation hin. Die positive Marktstimmung nach den französischen Wahlen in Verbindung mit gemischten Wirtschaftsdaten aus der Eurozone hat die Stärke des Euro gegenüber dem Dollar gestärkt.
Vorwegnahme des Verbraucherpreisindex für Juni
Die Vereinigten Staaten werden im Laufe dieser Woche den Verbraucherpreisindex (VPI) für Juni veröffentlichen. Dieser Bericht wird weitere Einblicke in die Inflationsraten des Landes geben, die die Zinsentscheidungen der US-Notenbank beeinflussen könnten. Die Marktteilnehmer prognostizieren eine mögliche Zinssenkung im September, wobei die Terminmärkte derzeit eine Wahrscheinlichkeit von 72% für eine Zinssenkung um 25 Basispunkte bei der Fed-Sitzung anzeigen. Das Zögern, weitere Lockerungen einzukalkulieren, könnte jedoch darauf zurückzuführen sein, dass Donald Trump im November die US-Präsidentschaft gewinnt, da seine Politik möglicherweise das Tempo der Zinssenkungen verlangsamen könnte.
Der geduldige Ansatz der Europäischen Zentralbank
In Europa haben die Vertreter der Europäischen Zentralbank (EZB) den Wert von Geduld und einer abwartenden Haltung betont. Während die Markterwartungen für eine Lockerung der EZB gestiegen sind, wird nicht erwartet, dass das politische Element ein signifikanter Treiber für das EUR/USD-Paar sein wird. Stattdessen werden sich Entwicklungen in den USA, wie die Wirtschaftsdaten und der demokratische Präsidentschaftskandidat, stärker auf das Paar auswirken.
Französische Politik und OAT-Bund-Spread
In Frankreich hat sich der 10-jährige Spread zwischen OAT-Bund verengt, was auf ein günstigeres Ergebnis für die Märkte hindeutet, da es die Wahrscheinlichkeit aggressiver Ausgabentaktiken verringert. Die Sorgen um die französische Politik und das wachsende Risiko einer Wiederwahl Trumps könnten jedoch verhindern, dass der Euro in der Nähe von 1,09 gegenüber dem Dollar gehandelt wird.
Parlamentswahlen in Großbritannien stehen bevor
In dieser Woche stehen ebenfalls die Parlamentswahlen in Großbritannien an, wobei Umfragen einen deutlichen Vorsprung für die oppositionelle Labour-Partei anzeigen. Die Auswirkungen des Wahlergebnisses auf das Pfund werden voraussichtlich minimal sein, da es unwahrscheinlich ist, dass der geldpolitische Kurs der Bank of England durch einen Regierungswechsel beeinflusst wird. Es könnte jedoch einige Risiken geben, wenn die populistische/Hard-Brexiteer-Partei Reform UK besser abschneidet als erwartet, was Sorgen für die Zukunft auslösen könnte.
Update zur polnischen Geldpolitik
In Polen hat die Polnische Nationalbank (NBP) die Zinsen stabil gehalten, und die neue Prognose deutet auf einen leichten Anstieg der Inflation im nächsten Jahr hin. Die Reaktion des Marktes auf die neue Prognose war relativ gedämpft, aber die expansive Tendenz verstärkt sich. Wenn die NBP eine traditionelle restriktive Botschaft überbringt, könnte der polnische Zloty (PLN) der Hauptnutznießer sein.
Ein Überblick über die jüngsten Marktbewegungen
Die Marktstimmung nach den französischen Wahlen hat zu einem schwächeren US-Dollar gegenüber seinen europäischen Pendants geführt. Die bevorstehende Veröffentlichung des Verbraucherpreisindex (VPI) in den Vereinigten Staaten im Juni wird weitere Einblicke in die Inflationsraten bieten und könnte die Zinsentscheidungen der US-Notenbank beeinflussen. Die Stärke des Euro gegenüber dem Dollar wird auch von den Entwicklungen in den USA beeinflusst, wie z. B. den Wirtschaftsdaten und dem demokratischen Kandidaten für die Präsidentschaftswahlen. In der Zwischenzeit werden die Parlamentswahlen in Großbritannien und die politischen Entscheidungen der polnischen Nationalbank Auswirkungen auf das Pfund bzw. den polnischen Zloty haben.



